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Das smarte Hemd hat vieles in den Taschen

Das smarte Hemd hat vieles in den Taschen
von Plastextron Admin > 30.06.2017 | 10:48

Das smarte Hemd hat vieles in den Taschen

Durch neue Materialien und veränderte Herstellungsprozesse werden auch Textilien smart: Bevor aber jeder ein elektronisches Outfit im Kleiderschrank hat, müssen Wissenschaft und Wirtschaft noch einige Fragen klären.

Schön, bequem, funktional oder gewagt: Das sind Eigenschaften, die man gewöhnlich Kleidung zuschreibt. Für intelligent hält man dagegen Textilien nicht zwingend. Das soll sich in Zukunft ändern. Die grundsätzliche Idee der „Smart Textiles“: Die Materialien sollen zunehmend mit ihrer Umgebung interagieren. Das wird unter anderem möglich durch veränderte physikalische und chemische Zusammensetzungen.

Solche Stoffe verändern dann hinsichtlich der Umgebungssituation ihre Gestalt und ihre Eigenschaften und passen sich an Temperatur, Druck oder Licht an. Insbesondere im Außenbereich sind zum Beispiel wasserabweisende Materialien etwa für Kleidung oder Zelte sehr dienlich.


Die Fernbedienung im Ärmel

Beim Wort „smart“ denkt man heutzutage aber vor allem an Elektronik. Und die spielt hier auch in der Tat keine geringe Rolle: Geht es nach den Entwicklern, wird die Garderobe der Zukunft weitgehend verkabelt. Der Stoff wird so mit mobilen Geräten wie Handys, Tablets, Fitnessarmbändern, Photoapparaten oder Smartwatches kompatibel gemacht.

Der nächste Schritt wäre, dass die Kleidung deren Funktionen selbst übernimmt oder andere Geräte - zum Beispiel den Fernseher - via Gewand gesteuert werden können. Ein Vorteil dieses Ansatzes: Kleidung vergisst man wohl noch seltener zuhause als seine Gadgets.

Möglich machen das Textilien, die nicht mehr bloß aus natürlichen oder chemischen Fasern bestehen, sondern in deren Gewebe auch Mikrochips, Leitungen und Sensoren integriert sind. Auch die dafür notwendige Energieversorgung lässt sich hiermit bewerkstelligen – etwa indem der Stoff auch mit Solarzellen ausgestattet wird.

Damit steigen die Herausforderungen an die Textilwirtschaft. In Zukunft müssen die verantwortlichen Fachkräfte bezüglich ihrer Fähigkeiten noch breiter aufgestellt sein – hier bedarf es der entsprechenden Aus- und Weiterbildung. Da man hier aber noch in einem reichlich unbekannten Gewässer segelt, erscheint eine stärkere Vernetzung mit der Wissenschaft angebracht.


Im Gespräch mit der Garderobe

Schließlich handelt es sich hierbei vermutlich nicht lediglich um einen Branchenhype, sondern um eine Innovation, die sich durchsetzen könnte. Die denkbaren Anwendungsmöglichkeiten sind nämlich vielfältig. Zum Beispiel können Stoffe so mit einer eigenen Beleuchtungsanlage ausgestattet werden. Oder durch eine entsprechende Schaltersensorik könnte ein intelligentes Leiberl wie ein Touchscreen bedient werden.

Möglicherweise lässt sich solche Kleidung dann auch mit einer Spracherkennungssoftware ausstatten, sodass man dann das Gewand darum bitten kann, für zusätzliche Wärme oder Kühlung zu sorgen, wenn die Textilie ein entsprechendes Klimatisierungsystem besitzt.

Auch im Blick auf die Gesundheit könnte das nützlich sein: Derartige Textilien überwachen dann Herz- und Atemfrequenz oder den Blutdruck und schlagen Alarm bei bedenklichen Unregelmäßigkeiten. Insbesondere in den Bereichen Sport und Medizin bestehen derzeit auf dem Feld der Datenanalyse die größten Anwendungspotenziale für smarte Textilien.


Was will der Kunde?

Das alles sind aber nur die für den Normalverbraucher naheliegenden Anwendungsmöglichkeiten. Mancher Wissenschaftler ist da schon weiter: An der Universität Stuttgart integrierten Forscher in eine Hose Elektroden, die die Muskelkontraktion beeinflussen und in Verbindung mit einer Navigationssoftware die Beine in die entsprechende Richtung leiten.

Doch will man das wirklich? Diese Frage treibt die Entwickler derzeit noch um. Welche Lösungen haben tatsächlich ein Marktpotenzial und welche Ideen werden Konsumenten möglicherweise als „dämlich“ empfinden, auch wenn sie vielleicht auf dem Papier „smart“ erscheinen?

Hier gilt es für die Entwickler in Wissenschaft und Wirtschaft noch einiges in Sachen Marktforschung und Technikfolgenabschätzung in Erfahrung zu bringen, um nicht Arbeit und Geld zu vergeuden.

Des Weiteren steht man auch bei ganz praktischen Dingen vor Herausforderungen: Wie zum Beispiel soll man smarte Kleidung waschen, ohne dass die Elektronik beschädigt wird?

Auch die Speicher, die sich derzeit integrieren ließen, können derzeit noch nicht so viele Daten fassen, wie es im täglichen Gebrauch notwendig ist. Somit wird mittelfristig noch die Vernetzung mit anderen Geräten notwendig sein, solange das Jackett selbst noch nicht mit der Cloud in Kontakt ist.

 

© Text und Fotos:
06-2017 JOHANNES LAU, redaktion.de@mediaplanet.com

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