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Altstoffe können zu Möbeln werden

Altstoffe können zu Möbeln werden
von Plastextron Admin > 31.01.2017 | 19:50

Altstoffe können zu Möbeln werden

Wiener Forscher beschäftigen sich damit, wie man aus den Resten von Naturstoffen neue Gebrauchsgegenstände machen kann. Auf dem Ressourcenforum in Salzburg werden solche Projekte vorgestellt.

 

Ursula Kastler

SALZBURG. Wasser, Luft, Bäume und Rohstoffe wie Metalle und Erdöl sind die Lebensgrundlage auf unserem Planeten und nicht endlos verfügbar. Schon vor der Debatte um den Klimawandel und die Zunahme der Weltbevölkerung war klar, dass die Menschheit mit solchen Ressourcen verantwortungsvoll umgehen sollte. Die Diskussion ist in den vergangenen Jahren drängender geworden und hat das Bewusstsein davor Geschäft, dass nahezu jeder dazu beitragen kann, mit wertvollen Gütern sparsam umzugehen, und sei es nur, weniger Waschmittel zu verwenden.

Ressourceneffizienz zählt demnach zu den großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Um diesen Herausforderungen auf nationaler Ebene zu begegnen, wurde im September 2013 der Verein Ressourcen Forum Austria in Wien gegründet, mit dem Ziel, die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Unternehmen und Politik zu stärken. Das Zweite Nationale Ressourcenforum widmet sich diesen Donnerstag und Freitag in Salzburg dem Thema Kreislaufwirtschaft. 

Rupert Wimmer, außerordentlicher Professor am Institut für Naturstofftechnik der Universität für Bodenkultur (Boku) in Wien, gibt aus wissenschaftlicher Sicht dazu den Einblick, was allein auf seinem Forschungsgebiet alles möglich ist: „Der Begriff Naturstofftechnik ist in den vergangenen 20 Jahren an der Universität für Bodenkultur entwickelt worden. Es geht dabei darum, aus Naturstoffen und auch Reststoffen neue Produkte oder Gebrauchsgegenstände zu machen. So kommen auch Firmen zu uns, damit wir für sie Lösungen finden, etwa wenn in der Produktion Restpapier anfällt.“

Die Forscher haben zum Beispiel ein finnisches Unternehmen unterstützt, das sein Restpapier nicht einfach verheizen wollte. „Wir haben das Papier aufbereitet und es mit Polymeren vermischt, um daraus einen neuartigen Fußboden herzustellen, in dem 50 Prozent Reststoffe sind. Diese Fußböden schauten so gut aus, dass Architekten sie gleich ins Programm genommen haben“, sagte Rupert Wimmer.

Ein anderes Beispiel ist die Verwertung von alten Stoffen. Unternehmen, die Wäsche aus Hotels und Spitälern waschen, sortieren regelmäßig kaputte Textilien aus. Ein Großteil davon wird verbrannt. Doch die Forscher der Boku lösen solche Stoffe mit heißem Wasser und unter Druck auf, so wie einst die Urgroßväter au den „Hadern“ Papier machten. Jetzt kann aus der Masse nicht nur Textilpapier werden, sondern etwa auch Plattenwerkstoffe für Möbel oder Dämmerstoffe.

Ein anderes Projekt, das an der Boku noch im Pilotstadium ist, hat die Erforschung von Enzymen zum Ziel, die etwa Baumwolle und Polyester gezielt auflösen können. Damit entstehen wieder reine Textilfasern und aus der anfallenden Biomasse könnte man einen Biokunststoff machen. „Das ist Biotechnologie, die Zukunft hat“, stellt Rupert Wimmer fest.

Da Ressourcen Forum Austria, das seinen Sitz in Salzburg hat, stehe als Plattform nicht nur der Wissenschaft, sondern allen engagierten Menschen offen, sagt Irene Schulte von der Industriellenvereinigung Salzburg, die zusammen mit der Kammer für Land- und Forstwirtschaft zu den Gründungsinstitutionen zählt. Für Unternehmen bedeutet Ressourcenschonung meist auch, dass Kosten eingespart werden. „Es ist zu wenige bekannt, dass in den meisten Firmen 43 Prozent Materialkosten anfallen und nur 18 Prozent Personalkosten. Das haben wir in einer Studie mit 1000 Bilanzen erhoben“, stellt Irene Schulte fest. Mit Ressourcen vernünftig umzugehen ist auch auf Ebene der Gemeinden möglich. Die Veranstaltung in Salzburg soll nicht zuletzt darauf hinweisen.

Info: Die Workshops beginnen am Donnerstag, 26. Jänner, um 14 Uhr im Seminarhotel Heffterhof Salzburg. Offizielle Eröffnung ist um 17.30 Uhr in der Residenz. Am Freitag um 9 Uhr beginnen im Heffterhof die Vorträge.

www.ressourcenforum.at

 

© Salzburger Nachrichten vom Mittwoche, 25. Jänner 2017, Seite 17
(den Orginalartikel finden sie rechts oben im Anhangbereich)

© Foto: PlasTexTron / ecoplus

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